Neuseeländer 

Seit der Jahrhundertwende wurde die Rasse in Kalifornien aus gelb–wildfarbigen Belgischen Riesen und belgischen Hasenkaninchen in den Zuchtstationen des Landes erzüchtet—zur Fleischversorgung der Großstädte. Kurz vor dem ersten Weltkrieg erreichten die ersten Importe England und Frankreich. Anfang der 20er Jahre wurde die Rasse in Frankreich aus den noch vorhandenen Importtieren neu erzüchtet, über Holland und England amerikanische Tiere erneut importiert, ohne Erfolg. 1930 veranlasste Friedrich Joppich einen ersten deutschen Transport; die Tiere enttäuschten. 1947 folgten weitere Importe aus England und Holland, mehr jedoch aus Frankreich, der Schweiz und Österreich. Heute ist die Rasse bei durchschnittlicher Qualität recht gut verbreitet. Die Rasse hat sich in Kalifornien als eine der besten Wirtschaftsrassen erwiesen; doch fehlte den Importtieren u.a. die ihnen nachgerühmte Frohwüchsigkeit. So ist die Rasse heute eine Farbenrasse mit mittlerer Wirtschaftlichkeit. Das Zuchtziel ist jedoch schwierig zu realisieren, weil sich typische Fehler wie heller Bauch und dunkler Anflug besonders hartnäckig vererben. Die Roten Neuseeländer sind die schwierigste einfarbige Rasse. Probleme neben den schwarzgespitzten Grannen, die sich hartnäckig vererben, bereitet besonders die Körperform. Viele Tiere sind einfach noch zu eckig im Becken. In manchem Schlag wird auch durch sehr langes Fell Kopfstärke vorgetäuscht.       

Siegfried Hubert
Rassekaninchenzucht im Westerwald