Kartoffeln

Wir pflanzen Kartoffeln selbst an. Warum? Damit die Kinder etwas lernen und weil wir Spaß daran haben gemeinsam zu sehen, wie die Pflanzen heranwachsen. Kartoffeln zählen heute weltweit zu einem der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Sie schmecken gut und enthalten viele Nährstoffe. Wer sie selbst anbaut, kann nicht nur die Früchte seiner Arbeit genießen, auch die Bodenqualität wird verbessert.

Kartoffeln wurden in den Anden Südamerikas bei der dortigen Urbevölkerung als Nahrungsmittel entdeckt. Dort spielten sie vermutlich bereits seit etlichen Jahrtausenden als Nutzpflanze eine große Rolle.

Die Knollen eignen sind beinahe als Alleinkost, da sie, von wenigen Ausnahmen abgesehen, alle wichtigen Stoffe für die menschliche Ernährung enthalten. Kartoffeln liefern pro angebaute Fläche fast doppelt so viel Eiweiß und Kohlenhydrate wie Getreide und enthalten zudem hohe Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen, was der Bevölkerung in Notzeiten zum Überleben verhalf.

Die Kartoffelpflanze gehört zu den Nachtschattengewächsen und ist in allen Teilen giftig, nur die reifen Knollen, die Kartoffeln, nicht. Werden sie jedoch dem Licht ausgesetzt, vergrünen sie und bilden ebenfalls giftige Substanzen. Das Gleiche gilt, wenn sie keimen.

Kartoffeln sind nicht frostfest und müssen im Winter bei Plusgraden trocken und im Dunkeln gelagert werden. Bei mehr Kälte werden sie süß und ungenießbar, lagern sie zu warm, treiben sie frühzeitig aus und verderben dann ebenfalls.

Die Kartoffelkultur empfiehlt sich nicht nur aus Ernährungsgründen für den eigenen Garten, sondern auch zum Zwecke der Bodenverbesserung. Kartoffelanbau ist die ideale Maßnahme, bei der man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden kann. Die in etwas Erde im Keller vorgetriebenen Knollen werden, wenn keine starken Nachtfröste mehr zu erwarten sind, im Zeitraum zwischen Mitte April und Mitte Mai in Rinnen in den Boden gelegt, locker mit Erde bedeckt. Später werden sie angehäufelt. Dadurch wird das Wachstum der Stolonen, also der unterirdischen Ausläufer, gefördert, was zu mehr Verzweigungen führt. An deren Enden bilden sich im Spätsommer die Knollen. Anhäufeln fördert somit den Ertrag.

Die Knollen sind dann erntereif, wenn die Blätter natürlicher Weise absterben. Das darf man aber nicht mit dem Absterben der Blätter durch den Braun- und Krautfäule-Erreger verwechseln, eine Pilzkrankheit, auf die die einzelnen Sorten mehr oder weniger empfindlich reagieren. Frühzeitiges Spritzen mit umweltverträglichen Mitteln hilft, aber nicht hundertprozentig. So ganz nebenbei wird der Boden mehrmals im Jahr bewegt und bei der Ernte mit einer grobzinkigen Grabegabel erneut umgegraben. Da Kartoffeln gerne etwas Kaninchenmist lieben, wird der Boden gleichzeitig verbessert und die Beigaben werden vor dem Pflanzen bei der Kulturvorbereitung oder später bei der Ernte optimal untergearbeitet.

Frühe Sorten zum Beginn der Kartoffelsaison sind ab Juni erntereif und späte bis sehr späte Sorten bis Ende Oktober. Diese haben auch gute Lagereigenschaften.   

Siegfried Hubert
Rassekaninchenzucht im Westerwald